Stadt/Gemeinde

Die loka­le Poli­tik und die Ver­wal­tung spie­len eine zen­tra­le Rol­le auf dem Weg zur Zero Was­te Stadt. Sie kön­nen dafür sor­gen, dass der Müll nicht auf den Stra­ßen lan­det, rich­tig ent­sorgt und recy­clet wird. Auch bei der Müll­ver­mei­dung kann die Stadt Vie­les tun. Wir haben da schon eini­ge Ide­en.

Unse­re Vor­schlä­ge für eine nach­hal­ti­ge­re Stadt / Gemein­de fin­det ihr hier:

Entsorgung

Sperr­müll

Häu­fig lan­den Din­ge auf dem Sperr­müll, die noch in ein­wand­frei­em Zustand sind und von ande­ren noch gebraucht wer­den kön­nen. Um das Ein­sam­meln von Sperr­müll zu erleich­tern, sind zen­tra­le Ter­mi­ne, die öffent­lich kom­mu­ni­ziert wer­den, indi­vi­du­el­len Ter­mi­nen vor­zu­zie­hen. Die Mit­nah­me von Sperr­müll muss hier­für natür­lich ohne Aus­nah­me lega­li­siert wer­den.

Kar­ton­s­amm­lun­gen

Beim Online­shop­ping fal­len Unmen­gen an Ver­pa­ckungs­ma­te­ri­al an. Eini­ge Ver­sand­händ­ler ver­wen­den die Kar­tons der Retou­ren wie­der. Auch Kar­tons von Ware, die nicht retour geht, soll­ten wie­der­ver­wen­det wer­den. Hier sind zen­tra­le Sam­mel­stel­len denk­bar, an denen sich Ver­sand­händ­ler oder ande­re, die für die Kar­tons Ver­wen­dung haben, bedie­nen kön­nen.

Umsonst­lä­den und Gebraucht­wa­ren­hö­fe

In Umsonst­lä­den und Gebraucht­wa­ren­hö­fen wird gebrauch­ten Gegen­stän­den ein zwei­tes Leben geschenkt. Die Städ­te kön­nen sol­che Ein­rich­tun­gen för­dern, indem sie ihnen bspw. gut erreich­ba­re und güns­ti­ge Loka­li­tä­ten zur Ver­fü­gung stel­len. Auch eine Zusam­men­ar­beit mit der Müll­ab­fuhr wäre ide­al, die­se könn­te intak­te Gegen­stän­de aus dem Sperr­müll direkt an die Umsonst­lä­den und Gebraucht­wa­ren­hö­fe brin­gen, anstatt sie auf den Müll zu wer­fen. Das Toch­ter­un­ter­neh­men der Stadt Ham­burg Stil­bruch macht es vor.

Kom­post

Bio­ab­fall ist ein wert­vol­ler Roh­stoff und soll­te daher sepa­rat in der Bio­ton­ne ent­sorgt wer­den. In eini­gen Städ­ten sind die Bio­ab­fall­be­häl­ter schon kos­ten­frei (wie bspw. in Nürn­berg und
Düs­sel­dorf) und wer­den daher von vie­len Bewoh­nern genutzt. Die Stadt Nürn­berg för­dert übri­gens auch den Kauf eines pri­va­ten Kom­posts für den Gar­ten.

Mehr öffent­li­che Aschen­be­cher

Ver­mut­lich kaum ein Gegen­stand wird so häu­fig auf den Boden gewor­fen wie die Ziga­ret­ten­stum­mel. Beson­ders an den “Hot Spots” wie Bus­hal­te­stel­len oder Taxi­stän­den soll­ten mehr Aschen­be­cher vor­han­den sein. Die Zero Was­te Grup­pe gibt ger­ne Tipps, wo beson­ders vie­le Kip­pen zu fin­den sind.

Kein Plas­tik in der Bio­ton­ne

Plas­tik und Rest­müll haben in der Bio­ton­ne nichts ver­lo­ren. Daher for­dern wir: Befin­det sich Plas­tik oder ande­rer Müll in der Bio­ton­ne, soll die­se nicht abge­führt wer­den. Der Grund dafür ist, dass Plas­tik (auch die ver­meint­lich kom­pos­tier­ba­ren Plas­tik­tü­ten) sich in den Kom­pos­tier­an­la­gen nicht zer­setzt und auch nicht voll­stän­dig aus­sor­tiert wer­den kann. Das führt dazu, dass klei­ne Kunst­stoff­par­ti­kel im Kom­post zurück­blei­ben und auf unse­ren Äckern lan­den. Hier besteht also drin­gen­der Hand­lungs­be­darf.

Informationsarbeit

Öffent­li­che Ver­an­stal­tun­gen

Groß­ver­an­stal­tun­gen, wie bei­spiels­wei­se Rock im Park, ver­ur­sa­chen Unmen­gen an Müll. Die Stadt soll­te bei den Ver­an­stal­tern dar­auf hin­wir­ken, dass so wenig Müll wie mög­lich pro­du­ziert wird und die­ser wenigs­tens nach Ende der Ver­an­stal­tung rich­tig ent­sorgt wird.

Kon­se­quen­te­re Kon­trol­len

An vie­len öffent­li­chen Plät­zen in Nürn­berg fin­det sich jede Men­ge Müll. Trotz vor­han­de­ner Müll­ei­mer wer­den Ziga­ret­ten­stum­mel, Kaf­fee­be­cher oder ande­rer Müll ein­fach auf den Boden gewor­fen. Das Weg­wer­fen von Müll kann in Bay­ern mit 20 Euro geahn­det, was vie­le ent­we­der nicht wis­sen oder nicht inter­es­siert, da Stra­fen sel­ten ver­hängt wer­den. Wir for­dern von der Stadt zum einen, die Bür­ger dar­an zu erin­nern, dass das Weg­wer­fen von Müll straf­bar ist und zum ande­ren, bei Miss­ach­tung das Buß­geld auch tat­säch­lich ein­zu­for­dern, um das Pro­blem lang­fris­tig zu lösen.

Städ­ti­sches Info­mo­bil

Die Abfall­wirt­schaft der Stadt Nürn­berg betreibt ein Info­mo­bil, das regel­mä­ßig an wech­seln­den Orten den Bür­gern zu The­men rund um die Ent­sor­gung von Müll Rede und Ant­wort steht. Die Zero Was­te City wür­de sich über eine Koope­ra­ti­on freu­en, um den Bür­gern auch Infor­ma­tio­nen an die Hand zu geben, wie Müll erst gar nicht ent­steht.

Nud­ging

Die Stadt kann ihre Bür­ger nicht nur durch Buß­gel­der zum rich­ti­gen Umgang mit Müll­ent­sor­gung anre­gen. Auch Info­kam­pa­gnen oder geziel­te Hand­lungs­an­stö­ße (Nud­ging) kön­nen Wir­kung zei­gen. Kopen­ha­gen oder Lon­don machen es vor, wie mit krea­ti­ven Ide­en die Städ­te sau­be­rer wer­den kön­nen.

Auf­klä­rung zu unver­pack­tem Ein­kau­fen

Oft­mals besteht auf Sei­ten der Händ­ler Unsi­cher­heit, ob Lebens­mit­tel tat­säch­lich in mit­ge­brach­te Behäl­ter abge­füllt wer­den dür­fen. Ein offi­zi­el­les State­ment des Vete­ri­när­amts, dass das Mit­brin­gen von eige­nen Behäl­tern unter Ein­hal­tung bestimm­ter Hygie­ne­maß­nah­men pro­blem­los mög­lich ist, wür­de den Händ­lern die Unsi­cher­heit neh­men.

Vie­len Dank an die Zero Was­te City Köln, die ihre Ide­en mit uns teilt.